Lisas Geschichten Zum Gästebuch  
  Fräulein Nasenzahn macht Urlaub  
Home
Balkondinos
Fräulein Nasenzahn
  Fräulein Nasenzahn macht Urlaub
  Kartoffeln und mehr
  Schnabelhiebe bei Sonnenuntergang
  Kuhfladenrutsch
  Fleckenteufelchen Tomatensoße
  Eine ungeheuerliche Zeltnacht
  Die Ballkünstler
  Am Weg zur Sonnleitenspitze
  Das Vermächtnis der Tante Adelheid
  Jahresausklang
  Den ganzen Sommer und Herbst über saß Fräulein Nasenzahn in dem Eingangshäuschen des Tierparks. Viele Menschen gingen an ihr vorüber, die im Park frohe Stunden verbrachten. Sie hatte aber auch die dinos begleitet, als sie die "Ritterburg zur Mäusewiege" neu aufbauen und mit Fähnchen schmücken wollten. Jetzt, im Winter sitzt sie oft lang allein in ihrem Häuschen. Deshalb beschließt Fräulein Nasenzahn: Ich mache Urlaub.
Ihr Ziel steht schnell fest, es muß ein Land sein, wo viele Tiere leben. Sie fliegt nach Afrika und wohnt in einem Häuschen mit Strohdach, fast wie zu Hause. Die Tierwelt um sie herum ist großartig, wie in einem Zoo.
Affen turnen in Bäumen und schauen ihr beim Frühstück zu, bunte Vögel singen ihr Morgenlied, Wildkatzen sitzen auf den Stufen und in der Ferne trompeten Elefanten. Fräulein Nasenzahn ist glücklich und denkt an die dinos, die hier sicher ihren Spaß hätten.
An einem Nachmittag ziehen aus der Ferne rabenschwarze Wolken auf. Fräulein Nasenzahn will schon ins Häuschen gehen, da bebt die Erde, Staubwolken versperren die Sicht: Eine riesige Zebraherde will sich vor dem Unwetter in Sicherheit bringen. Nach einiger Zeit legt sich der Staub. Das Fräulein geht an die Tür, da sieht es ein Zebra traurig im Sand scharren. Vorsichtig geht das liebe Fräulein zu dem Tier.
Es steht da, mit gesenktem Kopf: Ein Hinterbein ist geschwollen und ein spitzer Dorn ragt aus dem Fleisch. Geschickt befreit Fräulein Nasenzahn den kranken Kerl von seinem Übel.Die Wunde wird ausgewaschen und das Zebra bedankt sich mit einem Nasenstüber und läuft davon.
Tags darauf gibt es Frühstück unter Palmen, beim Zwitschern der bunten Vögel. Da kommt das Zebra angelaufen, der Fuß ist fast heil. Es läßt sich streicheln und verabschiedet sich mit einem Nasenbussi. Von dem Tage an ist es jeden Morgen da. Fräulein Nasenzahn gewöhnt sich so an ihren neuen Freund , daß sie ganz traurig wird, als der Urlaub zu Ende geht. Mit vielen Streicheleinheiten und Nasenstübern verabschiedet sie sich. Auch ein paar Tränchen fließen. Der Bus ist da, es geht zum Flughafen. Das Zebra weicht keinen Schritt von der Stelle, versperrt dem Bus den Weg. Was tun, denkt der Fahrer. Das Auto hat aber einen Anhänger, da nimmt der Fahrer das Tier einfach mit und läßt es am Flughafen aussteigen. Fräulein Nasenzahn weiß nicht, ob sie sich freuen oder ängstigen soll, als sie ihren Freund neben Koffern und Fluggästen stehen sieht. Der Herr Flugkapitän will gerade einsteigen, da erblickt er die ungewöhnliche Fracht. "Ach, wir haben heute nicht viel Gepäck", meint er, "das Zebra hat noch Platz".
So kommt es, daß Fräulein Nasenzahn nicht nur mit Koffern, sondern noch dazu mit ihrem neuen Freund in München landet. Sie fährt zu ihrem Park ,die anderen Tiere warten schon auf ihre Pflegerin. Sie erblicken das Zebra und stampfen und wiehern als Willkommensgruß. Wenig später kommen die dinos angerannt. Der gelbe dino ruft ganz laut: "Hallo Stripsi, wir freuen uns, daß du zu uns kommst." Nun hat das Zebra einen Namen und ist in die Großfamilie aufgenommen. Die dinos versprechen Fräulein Nasenzahn, daß sie jeden Tag zum Putzen und Füttern kommen werden. "Vielleicht läßt uns Stripsi mal reiten," meint der rote dino. Da legt das Zebra die Hufe auf den Boden, die dinos klettern auf seinen Rücken und reiten mit ihm weit in den Park hinein.
Das ist die erste Geschichte von Fräulein Nasenzahn. Den dinos werden wir wohl auch noch oft begegnen.
 
Kartoffellisa  
 
   
(C) 2005, Lisa Kluge