Lisas Geschichten Zum Gästebuch  
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  Frl. Nasenzahn ist stets aufs neue von dem Schauspiel begeistert, wie die Sonne Feuerbahnen auf den nahen See zeichnet, die Bäume durchstrahlt und schließlich als Leuchtkugel hinabsinkt. Gerne steht sie am Ufer und läßt den Tag ruhig ausklingen. In ihrem Park ist alles in
Ordnung, die Tiere sind gesund, die Wiesen wachsen prächtig.
Der Wind streift durch das Schilf, die Halme singen leise. Mit einem Schlag ist es vorbei mit der Idylle. Gekrächze und Geschnatter erfüllen die Luft. Das Fräulein traut kaum ihren Augen: Ein Storchenpaar kämpft mit einem Schwan. Schnabelhiebe reißen weiße Federn aus den Gefiedern, mal bei den Störchen, mal beim Schwan.Heftig tobt der Kampf, doch sie kann nicht helfen. Leise zieht sie sich zurück, räumt das Schlachtfeld.
Am nächsten Abend möchte sie wissen, was aus den Streitschnäbeln geworden ist. Als der Sonnenball wieder blutrot verschwinden will, geht sie erneut ans Ufer. Vorsichtig schiebt sie das Schilf auseinander und hat einen traurigen Anblick: Das Storchennest ist zerhackt, die Eier liegen nur noch als Schalen herum. Das Storchenpaar steht abseits, müde, resigniert. Da schießt ein genialer Gedanke durch des Fräuleins Kopf: Die Störche sollen im Park ein neues Zuhause finden. Schnell holt sie Brotbrocken und wirft sie auf den Weg. So kann sie die Störche locken, die der Spur folgen und sich bald im Park niederlassen.
Ganz rückwärts, am Wäldchen, war früher ein Backofen in Betrieb. Jetzt ist er verfallen, doch der Kamin steht noch. Dies ist der ideale Nestbauplatz, wie die Störche gleich erkennen. Sie fliegen hinauf und bedanken sich bei ihrer neuen Freundin mit Geklapper.
Damit hat der Park eine Atraktion mehr. Die dinos sind begeistert und besuchen oft das Paar. Die Störche haben gleich wichtige Dinge zu tun: Sie bauen ein großes Nest und legen 2 Eier hinein. Dann brüten sie viele Tage, bis die kleinen Störche schlüpfen. Die dinos können es kaum erwarten, doch dann ist die Freude riesengroß, auch bei allen Besuchern des Parks. Der blaue dino geht besonders oft zu den Storchenkindern. Eines Tages kommt er gerade daher, da hört er ein kleines, wildes Piepsen. Ein Blick nach oben, nur ein Storchenkind sitzt im Nest. Wo ist das Geschwisterchen? Nach einigem Suchen findet er es unter einem Brombeerbusch. Der dino kratzt und zieht und kann es befreien. Da kommen auch die Eltern angeflogen und bedanken sich. Gern nehmen sie ihn mit hinauf ins Nest.
Der blaue dino ist mächtig stolz, daß er so hoch thronen darf und mit den Storchenkindern spielen kann. Später will er alles Frl. Nasenzahn und den anderen dinos erzählen.
 
Kartoffellisa  
 
   
(C) 2005, Lisa Kluge