Lisas Geschichten Zum Gästebuch  
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  Der Sommer ist heiß, der Himmel ist blau. Fräulein Nasenzahn und die dinos gehen jeden Tag baden, alle Seen haben sie durchplanscht. Nun muß die Zeit mal anders genützt werden. Deshalb beschließt das Fräulein: Das Häuschen soll frisch und neu für den Winter gestrichen werden.
Burschen aus dem Dorf verschieben die Möbel, bauen alles aus. Eines Tages kann der Maler Pintoti kommen, die Arbeit beginnt. Die dinos stehen vor den großen Eimern und möchten allzu gern helfen. Herr Pintoti gibt jeden einen Pinsel, sie dürfen im unteren Teil des Clos Farbe auftragen. Wie soll unser Kunstwerk am Ende aussehen ? Jeder malt nach seinem Geschmack, am Ende haben sie ein Regenbogen-clo gezaubert. Herr Pintoti wird es noch verbessern, wissen sie. Als nächstes stellt sich die Frage, wie die Regenbogendinos sauber werden sollen. Man könnte glauben, sie haben nur sich bemalt. Bei diesen warmen Seen ist es gar keine Schwierigkeit die Farbe los zu bekommen. Sie hüpfen in einen See und bespritzen sich kräftig und sind die alten dinos.
Inzwischen geht es auf abends zu, Herr Pintoti beendet die Arbeit, er will am nächsten Tag wiederkommen. Das ganze Häuschen riecht nach frischer Farbe und kein Bett oder Stuhl steht drinnen. Deshalb hat Fräulein Nasenzahn am Nachmittag ihren Schlafplatz aufgestellt: Ein großes Zelt, mitten auf der Wiese. Die dinos sind begeistert und schwärmen von Abenteuern unterm Sternenzelt. Dann holen sie sich ihr kleines Hauszelt und stellen es daneben.
Bei Sonnenuntergang wird ein Lagerfeuer angefacht. Die Nachbarn sehen es und kommen zu einem Umtrunk vorbei. Man singt und lacht, es wird ein gemütlicher Abend. Zebra Stripsi und Kuh Olga sind inschwischen auch in der Runde. Sie wollen neben den Zelten ruhen und Wache halten.
Nachdem der letzte Gast gegangen ist verschwinden die dinos im Zelt, Fräulein Nasenzahn kuschelt sich auf Kissen und Decken und hat noch die gesungenen Lieder im Kopf. Die Traumkiste ist offen, sie will sich gerade eine schöne Geschichte herausnehmen, da weht ein kalter Wind um ihren Kopf. So was kann man sich einbilden, denkt sie noch. Aber jetzt spürt sie einen Klatsch am Ohr, das Zeltdach beginnt zu schwanken, sie liegt in einem Hexenkessel. Sie setzt sich auf, glaubt, auf diese Weise mehr Klarheit zu bekommen. Aus allen Richtungen tobt es wild um sie herum. Bald wird sie einen Biß spüren, ist ihr nächster Gedanke. Nichts wie fliehen, hinaus-hinaus! Mit einem Schrei stürzt sie sich in die Nacht. Olga und Stripsi spitzen die Ohren, die dinos machen nur einen Schlitz vom Zeltreißverschluß auf. Fräulein Nasenzahn erklärt, ein böser Spuk hat sich in ihr Zelt geschlichen, nie mehr kann sie hinein gehen. Natürlich will auch niemand nachschauen, deshalb rücken die dinos enger zusammen und das Fräulein hat im kleinen dinozelt auch noch Platz.
Am Morgen muß Herr Pintoti die Langschläfer wecken. Sie erzählen ihm von den Ungeheuern. Er geht mutig auf das Zelt zu und schaut hinein: Auf Kissen und Decken ist nichts zu sehen, aber an den Zeltschnüren hängen ein Dutzend Fledermäuse, die jetzt ihrerseits schlafen. Das Rätsel um die Zeltgespenster ist gelöst und alle machen sich vergnügt an die Arbeit.
 
Kartoffellisa  
 
   
(C) 2005, Lisa Kluge